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| | | | Beim Bearbeiten des hervorragenden Werkes von Großmeister Bilek "Im ewigen Schach bis zum Tode" hatte ich die Gelegenheit, auch das Vorwort dazu zu schreiben. Der Leser gestattet mir es wohl, auch das vorliegende Werk mit einer Vorrede zu beginnen.
Ich mag die Menschen nicht. Ich mag sie nicht, weil ich sie gut kenne. Ich bin mit der Grabschrift von Milan Füst weitgehend einverstanden: "Er mochte nur wenige Menschen und er hat auch sie gehasst". Etwas Ähnliches wird auch an meinem Grabstein zu lesen sein. Ich mag mich auch nicht, obwohl ich gar nicht behaupten kann, dass ich mich selbst gut kenne.
Der Leser hält ein ungewöhnliches Buch in der Hand. In ihm wird das Mattsetzen, der dazu führende Weg bzw. wie dies vermieden werden soll besprochen. Zu seinem Thema wurden das Mattsetzen, der zum Matt führende Weg sowie dessen Vermeidung gewählt. Die zahlreichen Diagramme, die ausführlichen Analysen und Kommentare sollen dem Leser zum Verständnis der Partien eine wesentliche Hilfe leisten. Da muss über die Gestaltung der Kommentars unbedingt ein paar Worte gesagt werden.
Im vorliegenden Buch habe ich einen neuen Stil versucht, und deswegen habe ich zu seinem Untertitel "oder ein äußerst grobes Schachbuch" gewählt. Einfacher gesagt, bemühte ich mich beim Schreiben des Buches zwei unterschiedliche Karikaturen ins Leben zu rufen; die des genialen Verfassers und die des dummen Lesers. Während ich den Leser mit wunderschönen Partien und Mattkombinationen amüsiere, werfe ich - der unfehlbare, geniale Verfasser - ihm die primitivste geistige Unfähigkeit vor. Der Leser sei unkultiviert, dumm und könne nicht mal bis zwei zählen, während der Verfasser zu den größten und genialsten Denkern unseres Jahrhunderts gehöre, um von anderen, noch verblüffenderen Überheblichkeiten ganz zu schweigen. Und trotzdem werden sich die Leser, die eine Vorliebe für schwarzen Humor haben und sich vor allem darauf konzentrieren, was ich sage, und darüber nur lachen, wie ich es tue, wohl in mein Buch verlieben. Weil es ziemlich oft vorkommt, dass ich meine Gedanken des Öfteren auch über Dinge ausführe, die scheinbar mit dem Mattsetzen nichts zu tun haben, kann ich hiermit feierlich aussagen, dass Sie sich - ungeachtet Ihrer ständigen Provokation - wieder irren. Obwohl es manchmal schwer zu glauben ist, ist in diesem Werk alles mit dessen Gegenstand engstens verbunden. Das Mattsetzen gilt weiterhin als Gegenstand des vorliegenden Werkes, aber weil der Leser wohl daran gewöhnt ist, dass sich sogar der geschwätzigste Schachbuchautor meistens mit Stereotypen "Weiß steht besser" oder "Schwarz steht besser" begnügt, können ihm meine philosophischen Gedanken, die zu ihrem besseren Verstehen beitragenden Zitate und meine zweifellos frische, ungewöhnliche Tongebung stellenweise irreführend vorkommen. Um das oben Gesagte besser zu verstehen, gestatten Sie mir, das folgende Zitat vorzuführen:
"
Dass Christus einen starken Glauben hatte und ihn seinen Schülern beizubringen versuchte, wird niemand bezweifeln, aber dass er selbst der Gegenstand des Glaubens sein wollte, kann niemand behaupten." Kant Werden Sie dieses Zitat gründlich durchdenken und es verstehen, so werden Sie auch das Werk verstehen, welches Sie in Ihrer Hand halten.
Attila Schneider | | | |
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